Dass der Alsergrund gerade für Frauen enorm viel zu bieten hat, ist eine bisher wenig beachtete Tatsache: Die Palette reicht vom ersten österreichischen Frauen-Kammerorchester bis hin zu Gewaltschutzorganisationen.
Wenn in den Medien über von der Frauenbewegung berichtet wird, passiert dies in der Regel unter negativen Vorzeichen: Feministinnen seien eine vom Aussterben bedrohte Spezies, feministische Forderungen wären längst überholt und gerade junge Frauen würden viel zu wenig Engagement für „die“ Frauensache aufbringen. Diese Argumentation ist jedoch widersprüchlich, weil sie einerseits die Frauenbewegung als nicht mehr zeitgemäß abwertet, sich andererseits über das mangelnde Interesse der jüngeren Generation an der Emanzipation beschwert. Beide Sichtweisen fußen auf der gleichen Annahme: Frauen würden sich zwar im Bezug auf ihre Generationenzugehörigkeit unterscheiden, aufgrund ihres Geschlechts verfügen sie jedoch im Allgemeinen über eine gemeinsame Interessenlage.
„Die“ Frauen gibt es nicht
Diese Pauschalisierung wird weder den Aktivistinnen der Frauenbewegung in den 70er Jahren noch den derzeitigen Lebensbedingungen und –einstellungen heutiger Frauen gerecht. Erstens waren auch in der Hochphase feministischer Auseinandersetzung weder alle Österreicherinnen den Idealen der Emanzipation verbunden noch kann den Aktivistinnen der Frauenbewegung eine einheitliche politische Einstellung unterstellt werden. Zweitens gestalten sich auch die Zugänge jüngerer Frauengenerationen zu Feminismus und Frauenpolitik sehr unterschiedlich: Die Palette reicht von der offenen Ablehnung feministischer Grundwerte über ein Selbstverständnis von Gleichberechtigung (ohne jedoch frauenpolitische Organisierung für notwendig zu erachten), bis hin zur stolzen Selbstbezeichnung als Emanze, die an die Errungenschaften der Frauenbewegungen mit gegenwartsbezogenen Forderungen anknüpfen will.
Vom Kammerorchester bis zum Gewaltschutz
Dieser Vielfalt und Einzigartigkeit der Grundhaltungen und Lebensweisen von Frauen versucht die Homepage gerecht zu werden. Je nach Kontext, wie zum Beispiel Arbeits- oder Familiensituation, Einkommen, Bildungsabschluss oder kulturellen Vorlieben, können Frauen Bedarf an unterschiedlichsten Einrichtungen entwickeln: vom ersten österreichischen Frauenkammer-Orchester bis hin zu Gewaltschutzorganisationen bietet der Alsergrund eine Reihe an sinnvollen Einrichtungen. Unter dem Menüpunkt "Themen" finden sich kompakte Infos zu diesen (Service-)Organisationen, die deren jeweiliges Leistungsangebot auf einen Blick veranschaulichen sollen.
Einzigartigkeit & Gemeinsamkeiten
Obwohl sich alle Frauen in ihrer individuellen Lebensführung stark unterscheiden, sind sie – auf Grund der Bedeutung die ihrem Geschlecht beigemessen wird – oft mit ähnlichen strukturellen Bedingungen konfrontiert. So liegt der Unterschied beim Einkommen zwischen Frauen und Männern bei etwa 25 Prozent. Darüber hinaus stoßen viele Frauen im Laufe ihrer Karriere auf die so genannte „Gläserne Decke. Trotz vorhandener Qualifikationen können sie in der Hierarchie nicht entsprechend ihrer männlichen Kollegen aufsteigen, weil sie auf Barrieren stoßen, die nicht offensichtlich sind. So entscheiden oft Faktoren wie das Ideal des männlichen Alleinverdieners, dem von seiner Partnerin der Rücken freigehalten wird, oder ein soziales (Männer-)Netzwerk über Aufstiegschancen. Oftmals zu Gunsten von Männern.
Erfolgreiche (Frauen)Politik schafft es zwischen der einzigartigen Lebenssituation von Frauen und den strukturellen Bedingungen gesellschaftlicher Ungleichheit einen Bogen zu spannen. Mit dieser Homepage soll ein Stück dazu beigetragen werden.
Viel Vergnügen beim Entdecken der Vielfalt im Alsergrund!